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Die Ansprache zum 30jährigen Verbandsjubiläum 1994 läßt am Besten in die Geschichte des Vereins schauen.

Jubiläums - Ansprache zum 30jährigen Verbandsjubiläum 1994

Liebe Verbandsmitglieder,

mit 30 Jahren - so heißt es - kommt ein Mann in die besten Jahre. Vielleicht gilt diese Aussage auch für Verbände. Ich bin sicher, für unseren Verband gilt sie ganz bestimmt. Deshalb freue ich mich, so viele Mitglieder zu unserer Jubiläumsfeier begrüßen zu dürfen. Besonders freue ich mich, unseren Ehrenvorsitzenden Alfred Hilgendorf begrüßen zu dürfen.

Vor 30 Jahren, als unsere Gründungsmitglieder uns in das Vereinsregister eintragen ließen, schrieben wir das Jahr 1964. Es war die Zeit, als Deutschland die schwierigste Aufbauzeit nach dem Kriege überwunden hatte, aber auch zugleich die schwerste Wirtschaftskriese sich anbahnte und die Bundesländer nach weiteren Einnahmequellen für ihre Staatskassen suchten. So wollte zum Beispiel das Land Hessen  eine Vergnügungssteuer für Bootsvermietungen einführen. Die Bootsvermieter von der Eder- und Diemeltalsperre und von der Fulda in  Kassel erfuhren jedoch frühzeitig von dem Vorhaben des Landes Hessen und überlegten, wie man diesem Vorhaben wirksam entgegentreten könnte. - Man besann sich auf den Spruch - " Einigkei macht stark" und gründete den Verband Deutscher Bootsvermieter und Segelschulen. Ich möchte hier nur einige Namen der Gründungsmitglieder nennen, die da waren - Rudolph, Müller, Seidlitz, (Edersee) Wechsel, Zoche, Heinemann oder Klütz.

Diesen Mitgliedern gelang es die geplante Vergnügungssteuer über Kontakte zu einflußreichen Politikern und dann über den Petitionsausschuß des Landes Hessen zu Fall zu bringen. Dieses machte dann in den  anderen Bundesländern Schule und es wurde dann bundesweit auf die Erhebung von Vergnügungssteuer für Bootsvermieter verzichtet. Dieses sprach sich sehr schnell in unserem Berufszweig herum und die Mitgliederzahl stieg sehr schnell auf über 160 Mitglieder an.

Wie ich bereits vorhin erwähnte, nannte sich unser Verband "Verband Deutscher Bootsvermieter und Segelschulen". In den folgenden Jahren formierten sich jedoch die reinen Segelschulen im VDB als Opposition und strebten Teilungspläne von den reinen Bootsvermietern an. Im Jahre  1969 kam es dann bei einer Vorstandssitzung in  Travemünde zum Zerwürfnis und die Teilung wurde dann auf der darauffolgenden Hauptversammlung vollzogen. Es entstand der VDS "Verband Deutscher Segelschulen".  Nach und nach und mit viel Ärger wegen nicht bezahlter Jahresbeiträge schrumpfte unser Verband auf etwa 25 Mitglieder.

Dieser kleine Haufen konnte sich aber behaupten. Wir konnten Erfolge verzeichnen durch Einsprüche, wenn einzelne Mitglieder von Behörden gemaßregelt werden sollten oder wurden.  Auch kleine Erfolge sprechen sich herum und dadurch stieg meines Erachtens die Mitgliederzahl  langsam wieder an.

Im August 1984 sind wir dann bei der BWVS  ( Bundesverband Wassersportwirtschaft e.V. ) als kooperatives Mitglied eingetreten und haben von dort rechtliche Hilfe bei bundesweiten Angelegenheiten zu erwarten. Als Beispiel darf ich in Erinnerung bringen, daß wir Bootsvermieter uns von der damals neu aufkommenden Surfbewegung sehr beeinträchtigt fühlten und unsere Kunden zum Freiwild von Seglern und Surfen wurden. Durch Vorstoß unseres heutigen Ehrenvorsitzenden Herrn Hilgendorf und dem Justitiar der BWVS beim Bundesverkehrsministerium in Bonn und unseren Verhandlungen mit dem VDS  ( Verband Deutscher Segelschulen ) in Münster ist es uns gelungen in deren Schulungsprogramm darauf hinzuweisen, daß unsere Tret- und Elektroboote in der Schnelligkeit ihrer Bewegung im Nachteil sind  und von Seglern und Surfern folglich mehr beachtet werden sollen. Dies ist zwar kein Gesetz, aber die Aufnahme in das Schulungsprogramm hat erbracht, daß in den letzten Jahren fast keine Streitigkeiten mit Surfern und Seglern mehr aufgetreten sind.

Wie heute Nachmittag bereits im Jahresbericht erwähnt, sind wir beim Bundesverkehrsministerium kein Unbekannter mehr und werden bei geplanten Gesetzesänderungen gehört und zu Änderungsvorschlägen aufgefordert. Da ich nichts mehr nach der Eingabefrist gehört habe, nehme ich an, daß unsere Änderungsanträge im neuen Gesetz berücksichtigt worden sind.

Nach dem Rückblick auf die vergangenen 30 Jahre in Stichworten, blickt man als 30jähriger auch gern nach vorn. Wir haben uns für die kommenden Jahre noch viel vorgenommen und ich hoffe auf die Mitwirkung aller Mitglieder diese Vorhaben auch zu realisieren. An erster Stelle möchte ich den Tatbestand nennen, daß wir 5 neue Bundesländer durch die Wiedervereinigung bekommen haben, wo viele Seen und Talsperren sich befinden und Bootsvermietungen zwangsläufig ansässig sind. Vor 3-4 Jahren haben wir dort eine Mitgliederwerbung über die zuständigen Gemeindebehörden gestartet. Dieses war jedoch zu früh, weil es zu diesem Zeitpunkt noch keine privaten Initiativen gab und weil die Bürger noch nicht den Mut hatten, selbstständig unternehmerisch tätig zu werden. Ich hoffe, diese Zeit ist nun vorbei und eine erneute Mitgliederwerbung könnte Erfolg haben. Mein Appell an Euch alle lautet nun, nehmt bitte jede Gelegenheit war ein neues Mitglied für den VDB zu werben.

Ein weiteres Vorhaben könnte sein, bei unseren Lieferanten in Sachen Einkauf für Bootsvermietungen solche Konditionen zu erhalten, daß es sich besonders lohnt Mitglied in unserem Verband zu sein. Ich bin sicher, daß Sie mir dabei helfen werden.

An diesem, heutigen Geburtstag möchte ich Sie nun bitten, mit mir das Glas zu erheben und einen kräftigen Schluck auf unser aller Wohl zu trinken, heute aber ganz besonders auf das Wohl unseres Verbandes anzustoßen.

Ich wünsche unserer Feier noch einen harmonischen Verlauf und daß uns dieser Tag noch lange in Erinnerung bleiben werde.

Danke für die Aufmerksamkeit.